Von der Eskalation zur Beziehung: Ursachen erkennen, Ressourcen entdecken, Handlungsräume schaffen – unter diesem Leitthema lädt die Fachtagung Sonderpädagogisches Fachpersonal, Elementarpädagog:innen,
Teams und Leitungen ein, Inklusion fundiert und praxisnah zu gestalten.
Die Keynotes spannen den Bogen von professionellem Antwortverhalten auf starke Gefühle (Gutknecht) über Kinderperspektiven als Motor für Qualitätsentwicklung (Libiseller) bis hin zu systemischem Denken und Handeln
mit IFS-Impulsen (Lenger-Hartwig). Sie erhalten konkrete Strategien für Deeskalation, beziehungsstarke Interaktionen sowie wirksame Team- und Elternkommunikation – direkt übertragbar in den Gruppenalltag.
Die Workshops im Überblick – alle praxisorientiert und für den Alltag geeignet:
- Dorothee Gutknecht: Wenn Kinder beißen – achtsame, responsive Handlungsmöglichkeiten zwischen Weltentdeckung und Wut
- Andrea Lenger-Hartwig: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ – Innere Anteile im Kontakt mit Eltern verstehen und führen (IFS)
- Anna Libiseller: Kinderstimmen nutzen – Anwendung der „GrazIAS Kinderperspektive“ und Weiterentwicklung der Praxis
- Angela Resch: „Wenn Wut den Alltag bestimmt“ – professioneller Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Markus Hopf: „Miteinander sprechen, Miteinander wachsen“ – Gewaltfreie Kommunikation für Teams und gelebte Beziehungskompetenz
- Nadja Wieser: Marte Meo – Sehen, was ist, Interaktion gezielt gestalten und Entwicklung unterstützen
- Bianca Duswald: „Still angepasst – und doch belastet?“ – leise Kinder wahrnehmen, Ängste begleiten, Resilienz stärken
- Marlies Böck: Herausforderndem Verhalten bei (unentdeckter) Begabung bedürfnisorientiert begegnen
- Daniela Seiringer: „Anker sein im Sturm“ – Selbst- und Ko-Regulation verstehen und Beziehung stärken
- Raphaela Steinert: „Mit Herz, Haltung und Grenzen“ – bedürfnisorientierte Pädagogik im Alltag leben
Zwei Tage mit fachlicher Tiefe, Fallarbeit und kollegialem Austausch – für mehr Sicherheit, Verbundenheit und Entwicklung im inklusiven Kindergartenalltag. In Kooperation von ZEKIP mit der PH Salzburg, den BAfEPs Bischofshofen und Salzburg sowie dem Referat 2/08 Elementarbildung und Qualitätsmanagement.
Programm 08.04.2026
16:30-17:00 Einlass
17:00-17:30 Begrüßung und Eröffnung
Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek, BA
Rektorat der Pädagogischen Hochschule
17.30-18:30 Vortrag Dorothee Gutknecht: Emotionen als pädagogische Herausforderung - Wege zu einem professionellen Antwortverhalten
Grundemotionen wie Wut, Angst, Traurigkeit oder Ekel gehören zum Alltag in pädagogischen Einrichtungen – doch nicht immer ist ihre Einordnung einfach: Wann sind Traurigkeit oder Ängstlichkeit noch „im Rahmen“? Wann deuten wiederkehrende Rückzugsphasen oder Schweigeverhalten auf tiefergehende Belastungen hin? Wie lässt sich mit heftigen emotionalen Wutausbrüchen oder aggressivem bzw. autoaggressivem (Beiß-)Verhalten professionell umgehen? Und gibt es Situationen, in denen ein Kindergartenausschluss tatsächlich in Betracht gezogen werden muss?
Der Vortrag zeigt auf, wie Fachkräfte Kindern mit herausforderndem emotionalem Verhalten begegnen können. Dabei sollen auch besondere Belastungshintergründe wie Temperamentsfaktoren oder toxischer Stress in den Blick genommen werden. Thematisiert werden konkrete Handlungsimpulse und Konzepte, mit denen pädagogische Fachkräfte in Alltag, Team und Elterngesprächen Orientierung gewinnen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung sanfter Emotionen wie Mitgefühl, Vertrauen und Freude – etwa durch natur- und kunstpädagogische Impulse oder achtsamkeitsbasierte Gruppenpraxis.
Im Rahmen einer „Stadtwanderung der Emotionen“ – einem bildgestützten Reflexionsformat machen wir uns gemeinsam auf den Weg: durch Spannungsfelder hin zu praxisnahen und tragfähigen Handlungsoptionen.
18:30-19:15 Podiumsdiskussion mit Expert:innen und Betroffenen
19:15-20:30 Gemütlicher Ausklang mit Getränken und Snacks
Programm 09.04.2026
08:30–09:00 Einlass
09:00–09:30 Begrüßung und Eröffnung
09:30–10:30 Vortrag Anna Libiseller: Kinderperspektiven als Impulse zur Weiterentwicklung der Interaktionsqualität
Das Hauptziel pädagogischen Handelns besteht darin, das Wohlbefinden von Kindern sicherzustellen und ihre Lern- und Entwicklungsprozesse optimal zu begleiten. Dafür braucht es pädagogische Fachpersonen, die feinfühlig auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren und ihnen eine anregende Lernumgebung bieten. Bislang wird vor allem aus Sicht der Erwachsenen definiert, welche Kriterien zu einer guten Lern- und Entwicklungsumgebung beitragen. Erwachsene blicken naturgemäß jedoch anders auf den Alltag als Kinder. Um das Wohlbefinden von Kindern zu sichern und unterstützen zu können, ist es notwendig die Kinder selbst dazu zu befragen. Um ihre Erfahrungen und Meinungen zum pädagogischen Alltag erfassen zu können, müssen wir als Fachkräfte die richtigen Fragen stellen und Räume schaffen, in denen Kinder ihre Erfahrungen klar ausdrücken können.
In diesem Vortrag wird auf Merkmale guter Interaktionsqualität eingegangen und dabei die Perspektive der Kinder fokussiert, und wie sie ihre Interaktionserfahrungen im pädagogischen
Alltag wahrnehmen und bewerten. Zudem wird das digitale Tool „GrazIAS Kinderperspektive“ vorgestellt, das als dialogförderndes Instrument entwickelt wurde, um die Perspektiven der
Kinder systematisch erfassen zu können und den pädagogischen
Alltag daran anzupassen.
11:00-12:00 Vortrag Andrea Lenger-Hartwig: Miteinander verwoben. Systemisch denken. Systemisch handeln.
Kinder sind keine isolierten Wesen – sie sind eingebettet in vielfältige Systeme: Familie, Kindergarten, Peergroup, Gesellschaft. Pädagogisches Handeln bedeutet daher immer auch systemisches Handeln. In diesem Vortrag werden zentrale systemische Konzepte auf den pädagogischen Alltag übertragen und praxisnah veranschaulicht.
Wir beleuchten, wie sich Dynamiken zwischen dem System Kind, System Familie, Pädagogin/Pädagoge und System Kindergarten gegenseitig beeinflussen – und wie wir als pädagogische Fachkräfte bewusst entlastend auf diese Systeme wirken können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem intrapersonellen System nach dem Internal Family System (IFS) von Richard
C. Schwartz: Wie können eigene innere Anteile bewusst wahrgenommen werden und welche SELBST – Qualitäten unterstützen professionelles Reagieren und Interagieren? Ein System-entlastungsrad mit ressourcenorientierten Fragen soll Ihnen Orientierung und Unterstützung für Fall- und Teambesprechungen bieten. Das Hauptziel pädagogischen Handelns besteht darin, das Wohlbefinden von Kindern sicherzustellen und ihre Lern- und Entwicklungsprozesse optimal zu begleiten. Dafür braucht es pädagogische Fachpersonen, die feinfühlig auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren und ihnen eine anregende Lernumgebung bieten. Bislang wird vor allem aus Sicht der Erwachsenen definiert, welche Kriterien zu einer guten Lern- und Entwicklungsumgebung beitragen. Erwachsene blicken naturgemäß jedoch anders auf den Alltag als Kinder. Um das Wohlbefinden von Kindern zu sichern und unterstützen zu können, ist es notwendig die Kinder selbst dazu zu befragen. Um ihre Erfahrungen und Meinungen
zum pädagogischen Alltag erfassen zu können, müssen wir als Fachkräfte die richtigen Fragen stellen und Räume schaffen, in denen Kinder ihre Erfahrungen klar ausdrücken können.
In diesem Vortrag wird auf Merkmale guter Interaktionsqualität eingegangen und dabei die Perspektive der Kinder fokussiert, und wie sie ihre Interaktionserfahrungen im pädagogischen
Alltag wahrnehmen und bewerten. Zudem wird das digitale Tool „GrazIAS Kinderperspektive“ vorgestellt, das als dialogförderndes Instrument entwickelt wurde, um die Perspektiven der
Kinder systematisch erfassen zu können und den pädagogischen Alltag daran anzupassen.
11:00-12:00 Vortrag Andrea Lenger-Hartwig: Miteinander verwoben. Systemisch denken. Systemisch handeln.
Kinder sind keine isolierten Wesen – sie sind eingebettet in vielfältige Systeme: Familie, Kindergarten, Peergroup, Gesellschaft. Pädagogisches Handeln bedeutet daher
immer auch systemisches Handeln. In diesem Vortrag werden zentrale systemische Konzepte auf den pädagogischen Alltag übertragen und praxisnah veranschaulicht.
Wir beleuchten, wie sich Dynamiken zwischen dem System Kind, System Familie, Pädagogin/Pädagoge und System Kindergarten gegenseitig beeinflussen – und wie wir als pädagogische Fachkräfte bewusst entlastend auf diese Systeme wirken können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem intrapersonellen System nach dem Internal Family System (IFS) von Richard
C. Schwartz: Wie können eigene innere Anteile bewusst wahrgenommen werden und welche SELBST – Qualitäten unterstützen professionelles Reagieren und Interagieren? Ein Systementlastungsrad mit ressourcenorientierten Fragen soll Ihnen Orientierung und Unterstützung für Fall- und Teambesprechungen bieten.
12:00-13:30 Mittagspause
13:30-16:00 Workshops 1-10
16:00-17:00 Gemütlicher Ausklang mit Getränken
Workshops
Workshop 1
Herausforderndem Verhalten aufgrund (unentdeckter) kindlicher Begabungen bedürfnisorientiert begegnen.
In diesem Workshop erhalten Sie Informationen zu folgenden Fragen: Was ist Begabung? Wie erkenne ich Begabung? Was steckt hinter dem (möglicherweise) herausfordernden Verhalten begabter Kinder? Sind begabte Kinder in ihrem sozial-emotionalen Verhalten eingeschränkt? Was benötigen Kinder mit außergewöhnlichem Potenzial, um sich in der Gruppe/Einrichtung wohlzufühlen?
Wie gestalte ich meine pädagogische Arbeit bedürfnisorientiert, um auch diese
Kinder inklusiv zu begleiten und in ihrer Entwicklung nicht auszubremsen?
Der Workshop richtet sich an alle Elementarpädagog:innen, die in ihrem pädagogischen Alltag vermehrt eine stärken- und bedürfnisorientierte Brille tragen möchten, um inklusiv wirksam zu werden.
Marlies Böck
Workshop 2
Still angepasst – und doch belastet? - Leise Kinder, große Themen
In elementarpädagogischen Settings fallen Kinder oft dann auf, wenn sie laut, impulsiv oder herausfordernd sind. Doch was ist mit jenen, die sich leise versuchen anzupassen, und im Stillen leiden? Oder mit jenen, deren Angst sie förmlich übermannt und ihr ganzes Verhalten dominiert? Jene, die uns auffordern, ihre stillen Bedürfnisse zwischen den Zeilen zu lesen? Dieser Workshop richtet den Blick bewusst auf auffällig unauffällige Kinder und ihre inneren Belastungen.
Im Fokus steht der proaktive Umgang mit Angstsymptomen, mit dem Ziel, verborgene Unterstützungsbedürfnisse zu erkennen und zu begleiten. Ein wesentlicher Inhalt ist zudem die Auseinandersetzung mit pädagogischen Kunstfehlern, wie Bagatellisierung oder Verdeckung dieser lähmenden Emotionen. Das ist wesentlich, da die Auswirkungen nicht nur in der persönlichkeits- und Autonomieentwicklung deutlich erkennbar sind, sondern auch in vielen anderen Entwicklungsbereichen. Wer gehemmt ist, kann sich nicht frei entfalten und lernen. Anhand von Praxisimpulsen werden Handlungsmöglichkeiten zu Überforderungsreaktionen wie etwa weglaufen, starken Anspannungsreaktionen, verkriechen etc. erarbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt konzentriert sich auf den Aufbau von Resilienzfaktoren. Durch ein feinfühliges Wahrnehmen kindlicher Bedürfnisse sowie das gezielte Finden und Aufbauen individueller
Stärken können Kinder in ihren Angstthemen wirksam gestärkt werden.
Bianca Duswald
Workshop 3
Wenn Kinder beißen: Zwischen Weltentdeckung und Wut – Achtsame und responsive Handlungsmöglichkeiten
Beißverhalten stellt eine besonders herausfordernde Form kindlichen Ausdrucks dar – sowohl für pädagogische Fachkräfte als auch für Eltern. Schnell entstehen Spannungsfelder: Wie kann mit dem Verhalten professionell umgegangen werden, ohne vorschnell zu pathologisieren?
Im Workshop wird ein differenzierter Blick auf mögliche Ursachen eröffnet – denn gerade die Vielfalt an Gründen, von Überforderung über Selbstregulation bis hin zu Weltentdeckung und Kontaktaufnahme, macht es notwendig, ebenso vielfältige Wege einer Beantwortung des Verhaltens in den Blick zu nehmen. Auch konflikthaftes, aggressiv motiviertes Beißverhalten wird dabei als Teil eines Beziehungsgeschehens betrachtet. Fachkräfte erhalten Impulse, wie
sie kindliches Verhalten differenziert einordnen, daraus handlungsleitende Hypothesen ableiten und gemeinsam mit Team, Eltern und ggf. Leitung konkrete Schritte entwickeln können.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Elternkommunikation – sowohl mit Eltern von Kindern, die beißen, als auch mit den Familien der von Beißverhalten betroffenen Kinder. Ziel ist ein professionelles, deeskalierendes Antwortverhalten, das Sicherheit vermittelt, Kinder schützt und neue Entwicklungsräume eröffnet. Anhand von Fallbeispielen, aktuellen Forschungsergebnissen und konkreten Strategien wird eine ressourcenorientierte und inklusive Perspektive auf das Beißverhalten in pädagogischen Einrichtungen entwickelt.
Dorothee Gutknecht
Workshop 4
„Miteinander sprechen, Miteinander wachsen“ – Gewaltfreie Kommunikation für stärkende Teams und gelebte Beziehungskompetenz im Kindergartenalltag
In diesem praxisorientierten Workshop erkunden Elementarpädagog:innen die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) als wertvolles Werkzeug für eine achtsame, respektvolle Zusammenarbeit im Team und eine authentische Vorbildwirkung gegenüber Kindern.
Gemeinsam reflektieren wir Kommunikationsmuster im pädagogischen Alltag und lernen, wie klare Beobachtungen, wertschätzender Ausdruck und empathisches Zuhören zu einem kooperativen Miteinander beitragen. Durch Übungen aus der Praxis entdecken die Teilnehmer:innen Strategien, um herausfordernde Situationen im Team konstruktiv zu gestalten, Bedürfnisse klar zu benennen und Konflikte nachhaltig zu lösen. Wir erarbeiten Wege, wie GFK im pädagogischen Setting lebendig gelebt werden kann – sei es im Austausch mit Kolleg:innen, in Teamsitzungen oder im Kontakt mit Eltern.
Der Workshop bietet einen geschützten Raum zum Ausprobieren, Reflektieren und zur Stärkung der eigenen kommunikativen Haltung. Ziel ist es, eine Kultur der Wertschätzung und Offenheit zu fördern, die sich im gesamten Kindergartenalltag widerspiegelt und Kindern zeigt, wie friedvolle Beziehungen gelingen können.
Für alle Elementarpädagog:innen, die ihre professionelle Kommunikation vertiefen und ein kraftvolles Vorbild für Kinder und Kolleg:innen sein möchten.
Markus Hopf
Workshop 5
„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“- Innere Anteile im Kontakt mit Eltern verstehen und führen lernen
Das Internal Family System (IFS) geht davon aus, dass die Persönlichkeit eines Menschen aus vielen verschiedenen „Teilen“ besteht. Diese Teile sind wie kleine, unterschiedliche „Charaktere“ oder „Stimmen“ in einem selbst, die unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen repräsentieren. Manchmal erscheinen diese Glaubenssätze und Emotionen extrem und unverhältnismäßig zur aktuellen Situation.
In diesem Workshop lernen Sie nicht nur das IFS Modell kennen, sondern erkunden in einem geschützten Rahmen eigene Anteile, die sich in Interaktionen mit Eltern besonders melden (zum Beispiel Perfektionist:in, Helfer:in, Retter:in, …). Diese Auseinandersetzung unterstützt das Vertrauen ins eigene Selbst – den inneren Kern, welcher nicht identifiziert ist mit einem der Teile und mit Ruhe, Klarheit und Mitgefühl zuhören kann.
Dieser Nachmittag dient der eigenen Selbsterfahrung und lädt dazu ein, mehr Verständnis mit sich selbst zu entwickeln.
Andrea Lenger-Hartwig
Workshop 6
Sich aktiv mit Kinderaussagen auseinandersetzen – Ein Workshop zur Anwendung der GrazIAS Kinderperspektive und Weiterentwicklung der pädagogischen Praxis
Kinder verbalisieren positive sowie negative Erfahrungen zur Gestaltung des pädagogischen Alltags und pädagogischer Interaktionen, wenn sie danach gefragt werden. Diese Rückmeldungen der Kinder liefern nicht nur wertvolle Einblicke in ihr subjektives Wohlbefinden, sondern geben auch konkrete Impulse, wie pädagogische Prozesse und der Alltag weiterentwickelt werden können. Die Erfahrungen der Kinder können spontan im Alltag erfragt werden, oder systematisch erhoben und dokumentiert werden. Eine Möglichkeit, die Sichtweisen der Kinder systematisch zu erfassen, stellt die „GrazIAS Kinderperspektive“ dar. Im Workshop wird die Anwendung des Tools im Detail vorgestellt und Sie können das Tool selbst ausprobieren. Im Anschluss beschäftigen wir uns damit, wie die Aussagen von Kindern gezielt für Qualitätsentwicklungsprozesse in der pädagogischen Praxis eingesetzt werden können.
Anna Libiseller
Workshop 7
„Wenn Wut den Alltag bestimmt – professioneller Umgang mit herausforderndem Verhalten“
Wie können wir Kindern mit herausforderndem Verhalten Halt geben, ohne selbst an Grenzen zu kommen? Der Workshop verbindet Emotionsregulation, Selbstfürsorge und konkrete Handlungsmöglichkeiten für den inklusiven Kindergartenalltag.
Die Teilnehmenden setzen sich mit Wut und herausforderndem Verhalten im inklusiven Kindergartenalltag auseinander und gewinnen mehr Sicherheit im professionellen Umgang damit. Sie erweitern ihr Verständnis für die Ursachen und Funktionen von kindlicher Wut, reflektieren eigene Reaktionen und Haltungen und lernen praxisnahe Strategien zur Deeskalation, Emotionsregulation und Beziehungsstärkung kennen. Ziel ist es, Kinder in emotional herausfordernden Situationen wertschätzend zu begleiten, klare Grenzen zu setzen und den pädagogischen Alltag für alle Beteiligten proaktiv zu gestalten.
Angela Resch
Workshop 8
„Anker sein im Sturm – Regulation verstehen, Beziehung stärken: Selbst- und Ko-Regulation in der Elementarpädagogik“
Der Workshop widmet sich der Frage, wie Elementarpädagog:innen Kinder in emotional herausfordernden Situationen begleiten können, sodass Beziehung erhalten bleibt und Entwicklung möglich wird. Im Mittelpunkt stehen Selbst- und Ko-Regulation sowie deren entwicklungspsychologische Grundlagen.
Es wird beleuchtet, wie herausforderndes Verhalten als Ausdruck von Überforderung und innerer Not verstanden werden kann und warum Kinder in belastenden Momenten auf die regulierende Unterstützung von Erwachsenen angewiesen sind.
Der Workshop zeigt auf, wie Ko-Regulation als bindungsorientierte Haltung wirkt und welche Bedeutung die eigene Selbstregulation der Pädagog:innen dabei hat. Anhand praxisnaher Beispiele wird deutlich, wie es gelingen kann, auch in eskalierenden Momenten innerlich stabil zu bleiben, Sicherheit zu vermitteln und in Verbindung zu handeln. Die Teilnehmenden sind eingeladen, sich selbst als „Anker im Sturm“ zu begreifen und nehmen eine gefüllte Werkzeugkiste mit praxistauglichen Strategien mit nach Hause.
Daniela Seiringer
Workshop 9
„Mit Herz, Haltung und Grenzen“ – Bedürfnisorientierte Pädagogik leben
Bedürfnisorientierte Pädagogik ist mehr als eine Methode – sie ist eine innere Haltung. Pädagog:innen sind in diesem Workshop eingeladen, sich mit der eigenen pädagogischen Haltung auseinanderzusetzen und bedürfnisorientiertes Arbeiten im Alltag bewusst, authentisch und praxisnah zu gestalten.
Es wird gemeinsam erarbeitet, was bedürfnisorientierte Pädagogik bedeutet, welche Ziele sie verfolgt und warum sie eine tragfähige Basis für gelingende Beziehungen im pädagogischen Alltag darstellt. Durch Praxisbeispiele, Reflexionsübungen und Selbsterfahrungen wird die Theorie lebendig und auf den pädagogischen Alltag übertragbar. Ein zentraler Fokus des Workshops liegt auf den drei Grundpfeilern der bedürfnisorientierten Pädagogik: Gefühle wahrnehmen, benennen und begleiten; Bedürfnisse hinter Verhalten erkennen; Grenzen klar, respektvoll und beziehungsstärkend setzen. Zudem wird der Blick auf die Selbstfürsorge gelegt: Denn bedürfnisorientierte Pädagogik beginnt bei uns selbst. Nur wer die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen ernst nimmt, kann Kinder nachhaltig stärken und begleiten. Der
Workshop lädt dazu ein, auch die eigene Rolle achtsam zu reflektieren und Ressourcen für einen wertschätzenden, gesunden Berufsalltag mitzunehmen.
Raphaela Steinert
Workshop 10
Marte Meo - Sehen was ist. Entwicklung gezielt begleiten.
Marte Meo ist eine videobasierte Kommunikations- und Beratungsmethode.
Sie hilft Ihnen, Interaktion im pädagogischen Alltag präzise wahrzunehmen und gezielt zu gestalten. Der Fokus liegt darauf, die im Alltag vorhandenen Momente zur Entwicklungsunterstützung zu nutzen.
Im Workshop lernen Sie die Marte Meo Haltung und die zentralen Marte Meo Kommunikations-elemente kennen. Anhand von Videos aus dem Familien- und Berufsalltag schulen Sie Ihre Beobachtung und arbeiten mit den Marte Meo Checklisten. Diese geben Ihnen eine klare Orientierung und sind direkt im Berufsalltag, ohne zusätzlichen Zeitaufwand, einsetzbar. Ein Schwerpunkt liegt auf Unterstützungsmöglichkeiten im freien Spiel und in strukturierten Leitungssituationen, im Einzelkontakt und in der Gruppe. Sie nutzen vorhandene Alltags-momente, um die sozial-emotionale Entwicklung, die Persönlichkeit, Sprache, Motivation und Kooperation der Kinder zu fördern.
Sie lernen, Entwicklungsbotschaften hinter herausforderndem Verhalten zu erkennen, feine Initiativen und Signale der Kinder besser wahrzunehmen und Ihren Blick bewusst auf gelungene Momente zu richten. Gerade in belastenden Situationen geht dieser Blick oft verloren. Marte Meo unterstützt Sie dabei, handlungsfähig zu bleiben, gezielt Unterstützung in der Interaktion anzubieten und diese Informationen auch den Eltern in einer einfachen, konkreten
Sprache weiterzugeben. Die Marte Meo Kommunikationselemente sind auf andere Kontexte übertragbar, etwa auf Elterngespräche und die Zusammenarbeit im Team.
Nadja Wieser