Seminartag 1, am 07.10.2026: Partizipatorische Eingewöhnung - Ein bindungsorientiertes Modell für Übergänge in Beziehung und Beteiligung
Der Beginn in Krabbelstube und Kindergarten stellt für Kinder und ihre Familien eine bedeutsame Transition dar, die das Erleben von Beziehung, Sicherheit und Vertrauen weit über die eigentliche Eingewöhnungszeit hinaus prägt.
Der Fortbildungstag führt praxisnah und theoriegestützt in das Partizipatorische Eingewöhnungsmodell ein. Dabei wird Eingewöhnung nicht als starrer Ablauf verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess zwischen Kind, Eltern und pädagogischer Fachkraft.
Zentrale Themen sind die Bedeutung von Transitionen, Bindung und Stressregulation sowie die Rolle der Trias aus Kind, Eltern und Fachkraft als tragende Grundlage der Eingewöhnung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem wahrnehmenden Beobachten als professionelle Entscheidungsbasis: Wie zeigen Kinder ihre Bereitschaft für nächste Schritte? Wie können Fachkräfte und Eltern diese Signale erkennen und gemeinsam darauf reagieren?
Anhand der sieben Phasen der Partizipatorischen Eingewöhnung wird nachvollziehbar, wie Sicherheit, Beziehung und Beteiligung schrittweise wachsen können – ohne Zeitdruck und ohne starre Vorgaben. Filmsequenzen, praxisnahe Übungen und gemeinsame Reflexionen unterstützen die Verbindung von Theorie und Praxis.
Lernziele
Die Teilnehmenden
verstehen Eingewöhnung als sensible Übergangsphase und erkennen deren langfristige Bedeutung für das Sicherheits- und Beziehungserleben von Kindern und Familien.
lernen die Grundprinzipien des Partizipatorischen Eingewöhnungsmodells und die sieben Phasen des Prozesses kennen.
vertiefen ihr Verständnis für die Rolle der Trias aus Kind, Eltern und pädagogischer Fachkraft in der Gestaltung von Eingewöhnung.
erweitern ihre Kompetenz im wahrnehmenden Beobachten, um Signale von Kindern differenziert wahrzunehmen und daraus angemessene nächste Schritte abzuleiten.
reflektieren die eigene Haltung und die damit verbundenen Handlungsweisen in der Eingewöhnungszeit.
Seminartag 2, am 18.03.2027: Feinfühliges Antwortverhalten – Eine Grundkompetenz für pädagogische Fachkräfte, die erlernt werden kann
Feinfühliges Antwortverhalten ist eine zentrale Grundlage professioneller pädagogischer Beziehungsgestaltung. Es beeinflusst maßgeblich, ob sich Kinder gesehen, verstanden und sicher fühlen – und damit auch, wie Lernen, Entwicklung und Selbstwirksamkeit möglich werden. Besonders in sensiblen Übergangsphasen wie der Eingewöhnung zeigt sich, wie bedeutsam sensitive Responsivität für das Entstehen von Vertrauen, Orientierung und emotionaler Sicherheit ist.
Als Vertiefung zum ersten Seminartag zur Partizipatorischen Eingewöhnung richtet dieses Seminar den Blick auf Feinfühligkeit als konkrete, erlernbare Kompetenz im pädagogischen Alltag. Auf Grundlage bindungstheoretischer und neurobiologischer Erkenntnisse wird erarbeitet, wie kindliche Signale wahrgenommen, verstanden und situationsangemessen beantwortet werden können – auch unter den herausfordernden Bedingungen des Gruppengeschehens.
Die sogenannten „Königsdisziplinen“ sensitiver Responsivität machen Feinfühligkeit praktisch greifbar und eröffnen neue Perspektiven auf Interaktion, Haltung und Sprache. Anhand von Praxisbeispielen, Übungen und gemeinsamer Reflexion wird sichtbar, wie feinfühliges Handeln Kinder in ihrem emotionalen Erleben unterstützt und besonders in der Begleitung von Eingewöhnungsprozessen zu einer tragfähigen Beziehungsgestaltung beiträgt.
Lernziele
Die Teilnehmenden
- vertiefen ihr Verständnis für Feinfühligkeit und sensitive Responsivität als zentrale Kompetenz pädagogischer Beziehungsgestaltung.
- erkennen die besondere Bedeutung feinfühligen Antwortverhaltens in sensiblen Übergängen, insbesondere im Eingewöhnungsprozess.
- lernen die „Königsdisziplinen“ sensitiver Responsivität kennen und setzen sich mit deren Bedeutung für Interaktion, Sprache und Haltung auseinander.
- erweitern ihre Fähigkeit, kindliche Signale differenziert wahrzunehmen, zu verstehen und situationsangemessen darauf zu reagieren.
- reflektieren eigene Handlungsmuster im pädagogischen Alltag und entwickeln neue Perspektiven für feinfühliges Handeln im Gruppengeschehen und in emotional herausfordernden Situationen.
Zielgruppen:
Leitungen, pädagogische Fachkräfte aus Kleinkindgruppen (und Kindergärten)